AsphaPlus – Ressourceneffiziente Asphalttragschichten in Kaltbauweise

Im Forschungsprojekt AsphaPlus entwickelte die BABIC – Bayerische Bitumen-Chemie GmbH gemeinsam mit wissenschaftlichen und industriellen Partnern eine innovative Technologie zur Wiederverwendung von Ausbauasphalt in dicken Asphaltschichten. Ziel war die Herstellung leistungsfähiger Asphalttragschichten in Kaltbauweise bei gleichzeitiger Reduzierung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen im Straßenbau.

Zentraler Projekterfolg ist eine von BABIC entwickelte Bitumenemulsion, die einen vollständigen Verzicht auf Zement ermöglicht. Durch gezielte Emulsions- und Rezepturoptimierung entstand ein stabiles Bindemittelsystem mit kontrolliertem Brechverhalten, das auch bei Recyclinganteilen bis 100 % ausreichende Früh- und Endfestigkeiten erreicht.


Seit 2022 ist die BABIC – Bayerische Bitumen-Chemie GmbH im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts zur „Entwicklung einer innovativen Baustoff- und Einbautechnologie zur Wiederverwendung von Ausbauasphalt in dicken Asphaltschichten“ beteiligt.

Projektbeteiligte und Rollen

Die wissenschaftliche Projektleitung lag bei Prof. Dr.-Ing. Ronny Sorge (FH Potsdam).
Beteiligt waren zudem Hannes Birnstiel als wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Prof. Dr.-Ing. Steffen Riedl als Leiter des Straßenbaulabors der Fachhochschule Erfurt.

Außerdem beteiligt waren:

Synantik GmbH, vertreten durch Daniel Martschoke, Ilmsens GmbH, vertreten durch Hans-Christian Fritsch und der Kooperationspartner für die Bauausführung Geiger Gruppe.


BABIC verantwortete die Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung der Emulsionen und schuf damit die Grundlage für umfangreiche Laboruntersuchungen sowie Probe- und Demonstrationseinbauten unter realen Baustellenbedingungen.

Technischer Ansatz

Im Projekt wurden Emulsions- und Mischgutsystemvarianten entwickelt und untersucht, die ohne Zusatz hydraulischer Bindemittel (Zement) auskommen. Zum Einsatz kamen:

Durch Untersuchungen an im Labor hergestellten Probekörpern wurde die Rezeptur hinsichtlich der Festigkeit optimiert. Maßgebende Kenngröße war die Spaltzugfestigkeit. Die Festigkeitsentwicklung zeigte eine starke Korrelation mit dem Feuchtegehalt der Probekörper. Bereits geringe Differenzen im Wassergehalt bei fortschreitender Trocknung führten zu signifikanten Festigkeitszuwächsen.

Untersucht wurden u. a. Probekörper aus 0/22 Asphaltgranulat unter Zugabe von 5 % Emulsion (resultierend in 3 % Bindemittel) bei einer Anfangsgesamtfeuchte von 5 %.

Praxiserprobung

Die Praxistauglichkeit wurde in der Stadt Marktoberdorf auf zwei Wirtschaftswegen nachgewiesen. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Geiger Gruppe wurden rund 1.000 t Kalttragschicht erfolgreich eingebaut.

AsphaPlus zeigt, dass zementfreie, recyclingbasierte Asphalttragschichten in Kaltbauweise technisch umsetzbar sind und einen konkreten Beitrag zur Ressourcenschonung sowie zur Kreislaufwirtschaft im Straßenbau leisten.

Einordnung

Ressourceneffizienz im Bauwesen – sowohl hinsichtlich Energie als auch Stoffströmen – ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Politik und Gesellschaft gerückt. Bei konventionellen Heißbauweisen ist die Recyclingquote aus Performancegründen begrenzt. Dadurch wächst die Menge an nicht wiederverwertetem Ausbauasphalt kontinuierlich an.

Der wesentliche energetische Vorteil von Emulsionsbauweisen liegt darin, dass das Granulat als massenmäßig dominierender Bestandteil nicht erhitzt werden muss. Damit eröffnet die Kaltbauweise ein signifikantes Potenzial zur Senkung des Energieeinsatzes und der CO₂-Emissionen im Straßenbau.

Mit AsphaPlus und weiteren Forschungsvorhaben unterstreicht die BABIC ihre technologische Kompetenz im Bereich Bitumenemulsionen und leistet gemeinsam mit ihren Partnern einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation des Straßenbaus.

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Mit diesen Leistungen haben wir das Projekt bewältigt:

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